SUPERLEUTNANT

Ein irgendwie unwahrscheinliches Phänomen, ein großer Überlebenskünstler, ein genialer Coup. Er kommt daher in vielen verschiedenen Gestalten, aber ohne Camouflage: Mal ist er Facharbeiter für Schreibtechnik, mal ein Bild von Siegfried und Kriemhild, mal eine vertraute Küchenszene: zwei Leute, die was miteinander haben, sind da drin und alles geht gar nicht.
Im Herzen trägt der Superleutnant immer die Musik: Pop, mit einem Hang zu Kitsch und Krach, zu melodiösen Verschlingungen von geschlagenen Gitarren mit Gesang und Bass, zu einfachen und doch packenden Beats. Seine Wege kreuzen sich mit denen anderer wundervoller Erscheinungen, die in eine verwandte Richtung ziehen, sei es in Proberäumen, auf Konzertbühnen oder in Freundschaften: Britta, die Elektros, Patrouille, Autopilot (jetzt: Trikot), Team Blender oder KenFM heißen sie und interessieren sich auch für Musik. Wie diese Namen vermuten lassen, materialisiert sich der Superleutnant zumeist in Berlin. Wohin er will, merkt man spätestens dann, wenn seine Lieder laut gespielt werden.
Nach mehreren Singles, die unter anderem schon auf Rotation auf Radio Fritz liefen, erscheint demnächst das Album „Schöner als die Weisheit“:
Energie, Spaß und die Lust an Melodien. Ohne dumme Plattheiten mit Mut zur Ironie. Kleine Geschichten über den alltäglichen Wahnsinn und indie-tanzbarer Sound mit einer trashigen Note. Handgemacht und live eingespielt. Soviel Druck ohne Techno ist selten. Der Superleutnant schafft das.
"Schöner als die Weisheit" VÖ: 21.11.2008
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Ohne Zweifel ist das ein makelloses Album. Die Melodien sind das voluminöse Plus. Dazu fabelhafte Gitarren, hauptsächlich dem Bereich „Indie“ zuschreibbar. Auch der Rest ist musikalisch nicht nur attraktiv, sondern als aufrichtig, oft gewieft und zuweilen aufgeräumt zu charakterisieren.
Superleutnant spielt einen äußerst gangbaren Indie-Rock, der sich wenig mit Floskeln aufhält, sondern stets direkt vorgeht. Kaum Geplänkel, Gesang im Vordergrund, der Refrain bricht auf. Manchmal irritiert Sigrid Herrenbrücks Gesang tatsächlich und tendiert gen Judith Holofernes (Die Musik ist aus, Immer gut wenn es einfach ist). Aussprechen muss man noch einmal ein großes Lob an die Gitarrenarbeit, die sich vor der einer solchen Band wie Pearl Jam nicht verstecken braucht. Grandiose Riffs, die gar nicht als seinesgleichen Auftauchen. Hübsch und inspirierend. Inwiefern nun Superleutnant marktkompatibel ist und in diese durchaus bereits schon gut besetzte Wandvertiefung springen kann, lässt sich schwer abschätzen. Ohne oberflächlich zu wirken, aber „Frau, die singt und Band, die spielt“ ist eben in Deutschland ein längst verfahrenes wie zerfahrenes Konzept.
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Ihr zweites Album setzt sich stilsicher in die Lücke zwischen Wir Sind Helden, Mia. und Klee, liebäugelt mit dem Punk von Jennifer Rostock, lässt allzu Nettes und Seichtes à la Juli und Silbermond links liegen, gibt sich aber durchaus gerne dem Kitsch hin. Große Poesie darf man zwar bei Stücken wie "Der Commander", "Heidi" und "Tiere unterwegs" nicht erwarten. Superleutnant lassen sich nicht aufs Intellektuelle festnageln, spielen mit Trash und NDW, klingen weder durchgehend niedlich, noch nach voller Kraft voraus. Reizvoll.
ZITTY
Pop/Rock - Viele Namen werden genannt, wenn es gilt, den Sound und das Bezugsuniversum von Superleutnant zu benennen: Britta, KenFM, Autopilot/Trikot, Team Blender oder die Elektros. Ein Name fällt nicht, auch wenn er bestens passen würde. Vielleicht ist er schon zu groß, zu abgenutzt, zu belegt mit Bildern, die nicht mehr frisch sind. Aber es gab vor ein paar Jahren in Berlin mal eine ähnlich euphorisch-druckvolle Band mit einer ähnlich großen Liebe zu unverblümten Texten. Die hieß Wir sind Helden.
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"Auf ihrem nun erscheinenden zweiten Langspieler "Schöner Als Die Weisheit“, zelebrieren Superleutnant extrem tanzbaren wie melodischen Indie-Pop/-Rock. „Pop, mit einem Hang zu Kitsch und Krach“ steht es pathetisch im Beipackzettel der Plattenfirma geschrieben, und der Rezensent befürchtet zunächst Schlimmeres. Der Ritt zwischen Kitsch und Kunst kann mitunter ein schwieriger Balanceakt sein, der nicht jedem gelingen will, hört man die süffisante Stimme aus dem Off sagen. Zum Glück aber bleiben derlei Sorgen bei Superleutnant unbegründet. Denn Sängerin Sigrid klingt auf den elf anmutend schönen Indie-Pop-Perlen frisch (Ich Schenke Dir Ein Bild), verliebt (Liebeslied), abgeklärt (Heidi) und mitunter auch ironisch-schmerzfrei (Der Commander). Dazu peitschen Bass und Schlagzeug dem Hörer den Beat geradewegs in die Beine, dass man sich als Hörer wünscht, es wäre endlich Freitag-Abend und Indie-Disco-Zeit. Dazwischen surfen elegant-verspielte Gitarrenspuren, die einen unweigerlich an die gute alte Johnny Marr-Gitarrenschule denken lassen.
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aufmerksame hörer könnten in den songs „der commander“, „tiere unterwegs“ und „das wasser kommt“ einen thematischen faden entdecken. im ersten lied heißt es „ich scheiß auf co2, ich fahre trotzdem ´rum“, worauf der nächste song dann die flucht der tiere am polarkreis vor den schmelzenden gletschern beschreibt. „das wasser kommt“ als letzter track der trilogie um globale erwärmung besingt dann die logische konsequenz aus allem. „schöner als die weisheit“ kann durchaus unterhalten. vielleicht sogar etwas für ein publikum außerhalb des stadtfestes?!
GÄSTELISTE.DE
Wem Virginia Jetzt! bereits zu philosophisch sind, wer Klez.e kryptisch findet, kurzum wer das exakte Gegenteil der verkopften Hamburger Schule und ihrer Berliner Epigonen sucht, dem kann in Form dieser Platte geholfen werden.
LAUT.DE
Der alltägliche Wahnsinn in tanzbaren Popmelodien.
ROTERAUPE.DE
Immerhin macht die Band um Sängerin und Bassistin Sigi Herrenbrück einen großen Bogen um anbiedernde Poesiealbums-Lyrik a la Juli oder Silbermond, und auch von der gekünstelten Unangepasstheit von Jennifer Rostock oder Panda halten die Berliner wenig. Stattdessen setzen Superleutnant auf ihrem zweiten Album „Schöner als die Weisheit“ auf Pop mit einigen Dissonanzen und Kanten.
